ginkgo xc calivita
By:
0

Der Ginkgo Biloba (Fächerblattbaum) wird oft der älteste Baum der Erdgeschichte genannt. Aufgrund seiner ältesten Blattfossilien hat er schon vor 270 Millionen Jahren existiert, und hat sich seit dem überhaupt nicht verändert. Der Ginkgo ist nicht nur eine Fossilie, sondern der am heute existierende langlebigste Baum der Welt, in seinem Lebensraum sind zahlreiche Exemplare zu finden, die etwa 2000 Jahre alt sind.

In jungem Alter wächst er langsam, im Alter von 10-12 Jahren ist er „nur“ ca. 6 Meter hoch, aber später erreicht er meistens eine Höhe von 30-40 Metern. Seine Form ähnelt der der Tanne, er handelt sich aber nicht um einen Nadelbaum. Er hat typische fächerförmige Blätter, die in der Mitte eingekerbt sind. Seine Frucht ähnelt am meisten der Pflaume (deshalb wird der Baum er auch Silberpflaume genannt), ihre Schale ist hell, weißlich (das Wort Ginkgo bedeutet auf Japanisch Silberpfirsich).

Der Ginkgo ist eine zweihäusige Pflanze, das heißt es gibt sowohl männliche als auch weibliche Exemplare. Das Geschlecht der Pflanzen ist nur schwer von einander zu unterscheiden, dies ist meist erst nach der Geschlechtsreife möglich, welche erst im Alter von 25-30 Jahren anfängt (sie bringen aber bis zu 1000 Jahre lang Früchte!).

Die Urheimat des Ginkgo ist Ostchina, wo er als heiliger Baum angesehen wird. In den Gärten von Klöstern und Kirchen wurde er an besonderen Stellen gepflanzt, und dank der sorgfältigen Pflege der Mönche hat er sich an vielen Orten vermehrt, so auch in Japan. Dort wurde ein deutscher Militärarzt während seiner Reisen im Jahre 1690 auf den interessanten Baum aufmerksam. Es ist höchstwahrscheinlich ihm zu verdanken, dass der Ginkgo später auch in Europa auftauchte.

Der erste Schössling wurde im Jahre 1730 in Holland gepflanzt, im Garten eines botanischen Gartens in Utrecht. Dieses Exemplar ist im Übrigen auch heute noch am Leben. In Wien wurde das erste Exemplar 1768 gepflanzt. In Ungarn ist der erste Ginkgo seit 1808 in Acsód zu finden. In den Vereinigten Staaten pflanzte William Hamilton die ersten Ginkos neben Philadelphia im Jahre 1784 an.

Der Ginkgo Biloba hat während der Millionen von Jahren seiner Existenz eine unglaubliche Vitalität gewonnen. Es hat sich erwiesen, dass er die Schwierigkeiten der städtischen Luft und Umgebung hervorragend aushält, weshalb er auch in Parks, am Straßenrand und sogar in den Stadtzentren mit großem Verkehr ein beliebter Baum ist.

Es ist äußerst interessant, dass in Hiroshima bis zum heutigen Tage ein Ginkgo lebt, der nur wenige Kilometer von dem Zentrum des Atomanschlags entfernt war, und obwohl er damals komplett verkohlt ist, brachte er im nächsten Frühling wieder Knospen. Dank der sorgfältigen Pflege hat er heute schon starke Äste.

Dieser wunderbare Baum ist nicht nur selbst ein Lebenskünstler, er hat auch schon zahlreiche Künstler inspiriert. Sogar Goethe hat mit dem Titel „Ginkgo Biloba“ ein Gedicht an eine seiner großen Lieben geschrieben.

Dass er seit Jahrhunderten als heiliger Baum geschätzt wird, hängt wahrscheinlich mit seiner ausgezeichneten Wirkung auf die Gesundheit zusammen. Der Ginkgo bietet der pharmazeutischen und Lebensmittelergänzungsindustrie auch heute beliebte Grundstoffe und auch heutzutage laufen mehrere Experimente, die mit ihm zusammenhängen.

Seine Wirkstoffe teilt man in zwei Gruppen: die der Flavonoiden (Kempferol, Querzetin) und die der Terpenoide. Zu der Gruppe der Terpenoide gehören Ginkgolid und Bilobalid, welche Stoffe ausschließlich im Ginkgo Biloba zu finden sind. Die Flavonoiden des Ginkgo tragen zum guten Kreislauf, zur entsprechenden Blutströmung bei, und dadurch auch zu der Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Seine Anwendung ist deshalb besonders im hohen Alter ratsam (um die Gehirnfunktionen von älteren Menschen zu unterstützen), aber auch bei erhöhter körperlichen und psychischen Belastung (Sport, schwere körperliche Arbeit, Stress) und ebenso für Leute hilfreich, die oft über kalte Füße und Hände klagen, und dies hauptsächlich in den kühleren Jahreszeiten.

Über die obigen hinaus kann noch gesagt werden, dass der Ginkgo ein ausgezeichneter Antioxidant ist, dessen Wirkstoffe Schutz vor den schädlichen Wirkungen der freien Radikale auf die Zellen bieten.