Wir stellen uns es nicht so gern vor.

Als „zivilisierter“ Mensch sprechen wir nicht gern darüber, was in unserem Unterleib und in unserem Darmsystem geschieht. Was auf der Toilette passiert, geht nur uns an und es bleibt auch dort. Wir würden es so denken. Bis alles in Ordnung ist, geschieht es auch so.

Vergessen wir aber nicht, wo dieser Vorgang anfängt und wohin geht. Was für Erwachsene normal und wie eine Alltagssache ist, macht den Mütterchen bei den Säuglingen Sorgen. Ob der Stuhlgang jeden Tag in Ordnung ist? Es ist auch eine wichtige Frage der Versorgung in Krankenhäusern, des Zustandes nach Operationen, ob die regelmäßige Verdauung funktioniert. Die Mutter freut sich, wenn die Kacke des Säuglings in Ordnung ist. Wie sich ein Rentner auch darauf freuen würde!

In unserem Alltag wird auf unsere Darmflora und deren Gesundheit ein immer größerer Wert gelegt. Wenige wissen trotzdem, dass 70-80% unseres Immunsystems in dem Darmtakt zu finden sind. Unser Darmsystem spielt also nicht nur bei der Verdauung und der Absonderung eine Rolle, sondern auch bei der Funktion des Immunsystems.

Zeig mir deine Darmflora und sage dir, wer du bist.

In vielen europäischen Sprachen wird die Gesamtheit der Bakterien und Mikroorganismen im Darm durch das Wort FLORA ausgedrückt. Das ist kein Zufall. Die Flora bezieht sich aus der Sicht der Botanik auf typischen Pflanzen auf einem bestimmten Gebiet oder zu einem bestimmten Zeitpunkt. Das Wort Flora selbst stammt von dem Namen der Göttin Flora, die in der römischen Mythologie die Göttin der Blumen und des Frühlings war.

Das Darmsystem ist auch ein gut definierbares Gebiet. Die Gesamtfläche der Därme – im Organismus eines Erwachsenen – ist rund 400 Quadratmeter (also Grundfläche von mindestens vier größeren Wohnungen!), ihre Länge beträgt cirka 8-9 Meter. In der Darmflora im Darmsystem sind sogar 400-500 Arten auch zu finden, ihr Gewicht kann sogar auch 1,5 Kilogramm erreichen. Ein bestimmter Teil der Arten ist stetig in unserem Organismus vorhanden, andere sind eher nur „auf der Durchreise“.

Die Entwicklung der Darmflora beginnt im Säuglingsalter, mit der Geburt und mit Ernährung der Muttermilch. Im optimal funktionierenden Organismus verhindern die „guten Bakterien und Pilzen”) (sogenannte Probiotika wie Lactobacillus acidophilus) die Ablandung, die Vermehrung der „schlechten Bakterien“ (wie zum Beispiel Salmonella, Clostridium, einzelne Typen von E. coli). Sie fördern die Funktion des Immunsystems, den Einbau von Mineralstoffen und den Stoffwechsel. Sie verhindern die Vermehrung von Pilzen und Viren. Sie produzieren Nährstoffe, daneben vernichten sie Cholesterin und produzieren Vitamine für den Organismus.

Die verletzte Darmflora

Die bei der Geburt sterile durch die Muttermilch entwickelnde Darmflora ist mit den Jahren Angriffen ausgesetzt. Der Mensch der „modernen Lebensweise“ – Raucher, Alkoholkonsument, gestresst – denkt daran nicht, wozu die ungesunde Lebensweise langfristig führen kann. Das Gleichgewicht der Darmflora kann wegen der falschen Lebensweise von den Erkrankungen abhängig kippen, eine mangelhafte Funktion kann auftreten.

Übliche Beschwerden können Verstopfung, Änderungen des Stuhlganges, Bauchschmerzen, Aufblähung sein, die auch zu chronischen Darmerkrankungen führen können sowie unser Immunsystem kann auch schwächer werden. Die Abschwächung des Immunsystems kann zu weiteren Erkrankungen führen.

Gesunde Lebensweise

Nicht nur die ”Gesundheit der Darmflora“ hat heutzutage einen Werbungswert. Der Ausdruck „gesunde Lebensweise“ wurde auch eine Banalität. Ihre Bedeutung ist doch nicht fragwürdig. Die regelmäßige Bewegung und die an Früchten, Gemüse reiche Ernährung mehrmals am Tag, die Vermeidung von rotem Fleisch und Kohlenhydraten (wie Zucker, Mehl usw.) und die angemessene Trinkmenge können zu unserer Gesundheit beitragen. Außer der gesunden Lebensweise kann man mit Probiotika und deren Vermehrung fördernden Nahrungsergänzungsmitteln mit Prebiotika fördern, dass alles auch in dem kleinsten Raum so geschieht, wie es geschehen soll.

 Die das Gleichgewicht der Darmflora gefährdenden Faktoren

  • Antibiotika, die das Gleichgewicht von Bakterien und Pilzen kippen
  • falsche und einseitige Ernährung wie zum Beispiel zu viel Eiweiß und Fleisch oder Fett, Kohlenhydrate, ballaststoffarme Ernährung
  • bestimmte Reinigungs- und Saft- und Flüssigkeitskuren, Colonhydro-Therapien, die ohne ärztliche Aufsicht und Beratung durchgeführt werden
  • Konservierungsstoffe in Nahrungsmitteln, sonstige künstliche Stoffe
  • säurebindende Mittel und Medikamente zur Senkung der Verdauungsenzyme
  • Hormonmedikamente, Antibabypillen
  • nonsteroide Antientzündungsmittel
  • chronische Verdauungsprobleme (Verstopfung, Durchfall)
  • Zustände mit Durchfall, Infektionen
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • ungenügende Trinkmenge
  • Stress, Schlafstörungen, Schlafmangel
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel